
Aus der Praxis – für die Praxis
Koordinatorentag 2008
Dortmund, 6. Juni 2008
Der Koordinatorentag 2008 am 6. Juni führte die erfolgreiche Entwicklung der letzten Jahre fort: Die Auswahl der jährlich wechselnden Themenschwerpunkte und die zunehmende Beliebtheit bescherten der Veranstaltung einen neuen Teilnehmerrekord: Über 170 Besucher fanden sich bei strahlendem Sommerwetter in der Kaue des Bildungszentrums Hansemann ein, um an dem Fach- und Diskussionsforum teilzunehmen.
Das breite Themenspektrum der acht Referenten fand großen Anklang und reichte von der aktuellen Situation der Sicherheitskoordination über neue Regelungen zum Gerüstbau, die Sicherung von Arbeitsstellen und die Verkehrssicherungspflichten bis hin zu den strafrechtlichen Risiken der Koordination. Ergänzt wurde das Programm durch wertvolle Erfahrungsberichte und fand traditionell seinen Ausklang mit einem bemerkenswerten Praxisbericht.
Der Koordinatorentag 2008 wurde als Fortbildungsveranstaltung für Mitglieder der Architektenkammer NRW in den Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur (Registrier-Nr. 08-0613-001) anerkannt. Die Ingenieurkammer-Bau NRW hat das Seminar gemäß § 6 Fort- und Weiterbildungsordnung für Ingenieure und Beratende Ingenieure anerkannt (Registrier-Nr. 6246). Der Anerkennungsumfang beträgt jeweils 9 Zeiteinheiten zu 45 Minuten. Mitglieder des VDSI erhalten bei Vorlage des Teilnahmezertifikats zwei VDSI-Punkte für den Erwerb ihres Weiterbildungsnachweises.
Die Themen 2008 im Überblick
- Die aktuelle Situation der Sicherheitskoordination
10 Jahre Baustellenverordnung ... was haben wir erreicht?
Rückblick – Status – Ausblick ... wie geht’s weiter?
- Berufsgenossenschaft und Sicherheitskoordinatoren
Die BG im Spannungsfeld zwischen Koordination und Firmeninteressen
- Verkehrssicherungspflichten des Bauherren
Haftungsfallen für den Koordinator nach Baustellenverordnung?
- Gerüstbau – Neue Regelungen und die praktische Umsetzung
Was der Koordinator wissen sollte
- Bauherren - Baustellenverordnung - Sicherheitskoordination
Der Bund als Bauherr – ein Erfahrungsbericht
- Sicherung von Arbeitsstellen
– Schnittstelle oder Schwachstelle?
- Strafrechtliche Risiken der Koordination
Organisationsverschulden in der Sicherheitskoordination
Neue Beratungsansätze des Koordinators
- Praxisbericht eines Koordinators
Bodensanierung
Die Themen und Referenten 2008 im Detail:
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Dipl.-Ing. (TU) Holger W. Kruse,
Architekt, Sicherheitskoordinator und
Sachverständiger für Arbeitsschutz |
Die aktuelle Situation der Sicherheitskoordination
10 Jahre Baustellenverordnung ... was haben wir erreicht?
Rückblick – Status – Ausblick ... wie geht’s weiter?
Fast schon traditionell wird alljährlich der Koordinatorentag mit dem aktuellen Situationsbericht zur Sicherheitskoordination von Herr Kruse eröffnet. Doch in diesem Jahr – sollte das ein Grund zum Feiern sein? – besteht die Baustellenverordnung 10 Jahre. Herr Kruse nutzte die Gelegenheit, um den Bogen vom Beginn bis zum heutigen Tag zu spannen. Dabei erinnerte er an die ursprünglichen Ziele der Verordnung, reflektierte noch einmal den Entwicklungsgang und hinterfragte kritisch, was wir bis heute erreicht haben. Dieser Status quo wurde sodann kritisch diskutiert und die Bauherren und Koordinatoren nachhaltig aufgefordert, bei der Umsetzung der Baustellenverordnung die notwendige Verantwortung wahrzunehmen, denn billig ist nicht gleichzusetzen mit geeignet.
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Evaluierungsstudie und an Hand von Beispielen bekräftigte Herr Kruse seine Forderung, die Koordination von einem starren Planinstrument weg, hin zu einem prozessorientierten Managementsystem der Arbeitssicherheit im Bauablauf weiterzuentwickeln. Darin sind die Instrumente wie SiGePlan und Unterlage für spätere Arbeiten genauso einzubinden wie die Koordinationsgesichtspunkte und die Verantwortlichkeiten aller Beteiligten. Daran anknüpfend gab es von Herrn Kruse noch wertvolle Praxistipps zur Koordination, Kalkulation, Vertrag und zur Organisation einer prozessorientierten Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination nach Baustellenverordnung.
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Dipl.-Ing. Dirk Schlüter,
Bereichsleiter Prävention
der BG Bau Dortmund |
Berufsgenossenschaft und Sicherheitskoordinatoren
Die BG im Spannungsfeld zwischen Koordination und Firmeninteressen
Herr Schlüter ging zunächst auf die verschiedenen gesetzlichen Grundlagen und das geltende BG-Recht zur Sicherheit auf Baustellen ein. Er machte auf die Verantwortungsebenen der am Bau Beteiligten aufmerksam und verdeutliche anhand von Bildmaterial die Diskrepanz zwischen Gesetz und Praxis. Herr Schlüter differenzierte zwischen den Aufgabenprofilen des bauausführenden Unternehmens und des beauftragten Koordinators und unterschied die Arbeitsschutzverantwortung von Unternehmer und Bauherr. Abschließend berichtete er von den Erfahrungen der Aufsichtspersonen und ging auf die Maßnahmenkataloge zur Sicherheit auf Baustellen ein.
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Guido Meyer, Rechtsanwalt,
Düsseldorf/Essen |
Verkehrssicherungspflichten des Bauherren
Haftungsfallen für den Koordinator nach Baustellenverordnung?
Herr Meyer erläuterte die rechtlichen Grundlagen der Verkehrssicherungspflicht sowie die Rechtsfolgen bei Nichteinhaltung. Das komplexe Thema veranschaulichte er mit dem Vergleich, einen Tiger als Haustier zu halten – und brachte damit die Rechtslage anschaulich und verständlich auf den Punkt. Er verdeutlichte die Pflichten und die mögliche Haftung von Bauherr und Koordinator anhand verschiedener Fallbeispiele und unterschied dabei zwischen primären und sekundären Verkehrssicherungspflichten. Abschließend erörterte Herr Meyer, wie Haftungsfallen vermieden werden können und wie der Koordinator dies in seine Arbeit integrieren kann.
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Dipl.-Ing. (FH) Heiner Hövelbrinks,
Sachverständiger für Gerüstbau |
Gerüstbau – Neue Regelungen und die praktische Umsetzung
Was der Koordinator wissen sollte
Der Vortrag von Herrn Hövelbrinks gab zunächst Aufschluss über die Grundlagen und Vorschriften zum Gerüstbau. Im Folgenden ging er auf die Neuerungen in den Regelwerken ein und behandelte die verschiedenen Möglichkeiten der Absturzsicherung im Gerüstbau. Speziell hierzu vertiefte Herr Hövelbrinks die kommenden Entwicklungen der TRBS 2121-1. Weiterhin zeigte er die ordnungsgemäße Verwendung von PSA und Montageschutzgeländern (MSG) bei der Gerüstmontage auf und verdeutlichte in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung für die Koordinatoren.
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Dipl.-Ing. (FH) M. Eng. Matthias Deufel,
Oberfinanzdirektion Koblenz,
Geschäftsbereich Bundesbau |
Bauherren - Baustellenverordnung - Sicherheitskoordination
Der Bund als Bauherr – ein Erfahrungsbericht
Anknüpfend an die kritischen Anmerkungen zur Verantwortung des Bauherren im Vortrag von Herrn Kruse stellte Herr Deufel den Anspruch der Baustellenverordnung und deren Umsetzung bei Baumaßnahmen des Bundes dar. Nach kurzer Vorstellung der Maßnahmen und Aufgaben der Oberfinanzdirektion Koblenz ging er auf die Ausgangslage zur Umsetzung der Baustellenverordnung ein. Dabei verdeutlichte er den Anspruch des Bauherren, die Verantwortlichkeiten des Bundes und die aus der BaustellV resultierenden Problemstellungen, die vor allem den SiGeKo betreffen. Herr Deufel bot neben kritischer Analyse auch konkrete Lösungsansätze für den Koordinator und schloss seinen Vortrag mit einem Ausblick auf positive Entwicklungen und bestehendes Potenzial ab.
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Dipl.-Wirtsch.-Ing. Bernd Hanswille,
Sachverständiger für die
Absicherung von Arbeitsstellen |
Sicherung von Arbeitsstellen
– Schnittstelle oder Schwachstelle?
Herr Hanswille traf mit seinem Vortragsstil exakt den Nerv des Publikums. Sein Fachwissen zur Arbeitsstellensicherung, einem in der Praxis oft vernachlässigten Bereich, gab er in einer ihm eigenen und sehr gelungenen Art und Weise an die Teilnehmer weiter. Beginnend bei den Begriffsbestimmungen der geltenden Verordnungen und Richtlinien über die erforderliche Qualifizierung bis hin zu konkreten Anforderungen an Verkehrszeichen und Absperrmaterial brachte er das Thema kurzweilig und nachhaltig näher. Er zeigte Absicherungsvarianten verschiedener Baustellentypen, wies immer wieder auf die Schnittstellen zu den Leistungen der Koordinatoren hin, und klärte über Kontroll- und Wartungspflichten auf. Dabei ließ er auch das Thema Haftung und Bauherrenverantwortung nicht aus.
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Dr. Oliver Kraft, Rechtsanwalt
der Kanzlei VBB in Düsseldorf |
Strafrechtliche Risiken der Koordination
Organisationsverschulden in der Sicherheitskoordination
Neue Beratungsansätze des Koordinators
Der Vortrag von Herrn Dr. Kraft befasste sich zunächst mit den grundsätzlichen Handlungspflichten in der Koordination. Anschließend erläuterte der Rechtsanwalt den Begriff des Organisationsverschuldens unter Einbeziehung der Rechtsprechung und wies dabei auf die Voraussetzungen der richtigen Organisation und die Konsequenzen fehlerhafter Organisation hin. In einem weiteren Kapitel verdeutlichte Herr Dr. Kraft die strafrechtlichen Risiken für den Koordinator und gab den Teilnehmern wertvolle Anregungen für neue Beratungsansätze gegenüber Mandanten mit auf den Weg.
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Dipl.-Ing. (FH) Marco Farnung,
Sicherheits- und Gesundheitsschutz-
koordinator |
Praxisbericht eines Koordinators
Bodensanierung
Herr Farnung stellte ein Projekt der CDM Consult GmbH vor: die derzeit größte laufende Sanierung bewohnter Altlast auf dem Gelände einer ehemaligen Chemiefabrik. Mit eindrucksvollem Bildmaterial und verschiedenen Grafiken veranschaulichte der Koordinator die Sondierungen diverser Giftablagerungen und die Schadensbilder von Boden und Grundwasser. Anschließend ging er auf die vorgenommenen Sanierungsmaßnahmen ein und erläuterte die Herausforderungen und Problemstellungen in der Planungsphase der SiGeKoordination – insbesondere im Hinblick auf die Infrastrukturplanung. Zum Abschluss gab er Einblick in die umfangreichen, visualisierten SiGePläne und die praktische Ausführung der Maßnahmen zum Sicherheits- und Gesundheitsschutz.
Fachinformation aus erster Hand
Auf großes Interesse stieß auch das vielfältige und erweiterte Ausstellerangebot in diesem Jahr: Ob Gerüste, Absturzsicherungen, Software oder RWA-Technik, die Aussteller hatten insbesondere in den Pausenzeiten alle Hände voll zu tun und zeigten sich mit der Veranstaltung sehr zufrieden.

Die
Hünnebeck GmbH stellte ihr Leistungsspektrum rund um den Gerüstbau vor und demonstrierte verschiedene Sicherheitssysteme zur Absturzsicherung. Die Handhabung eines Montageschutzgeländers (MSG) wurde von den Teilnehmern rege ausprobiert.
>> www.huennebeck.de

Die Firma
dani alu präsentierte das Produktprogramm seiner verschiedenen Sicherheitsgeländer zur Absicherung von Flachdächern und Fluchtwegen. Das Informationsangebot wurde auf dem Gemeinschaftsstand durch die
Innotech Arbeitsschutz GmbH mit ihrer umfangreichen Produktpalette rund um PSA, Dach- und Fenstersicherung sinnvoll ergänzt.
>> www.danialu.com
>> www.innotech.at

Die Firma
JET Tageslicht und RWA GmbH stellte neben Lichtkuppeln aus dem Bereich der Tageslichttechnik auch Produkte für den Rauch- und Wärmeabzug vor. Insbesondere die arbeitschutzrechtlichen Gesichtspunkte der Durchsturzsicherungen für Einbau und spätere Wartungen wurden dabei an praktischen Modellbeispielen gezeigt.
>> www.jet-gruppe.de

Unser Kooperationspartner
Rossmayer Consulting verzeichnete großes Interesse an der Büromanagement- und Kalkulations-Software Acclaro, die besonders für Architekten, Ingenieure und Koordinatoren ein hilfreiches Werkzeug im Büroalltag darstellt. In persönlichen Beratungsgesprächen informierten sich die Interessenten über die speziellen Anwendervorteile für Koordinatoren.
>> www.acclaro.de

Die Fachzeitschrift
„Der Gerüstbauer“ nutzte ebenfalls den Koordinatorentag, um sich zu präsentieren und mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Es wurden Freiexemplare verteilt, Hinweise auf für Koordinatoren relevante Beiträge gegeben und auch über mögliche Projekte für Koordinatoren diskutiert.
>> www.der-geruestbauer.de

Viel Zulauf hatte auch der
HNC-Stand im Ausstellerraum. Heinz Nühnen und Ella Martius führten unter anderem
SIGEPLAN basic und
SIGEPLAN plus vor und standen den Teilnehmern für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Neben den Software-Lösungen für die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination fanden auch
FLUCHTPLAN plus und die
AMS-Produkte neue Interessenten.

Eine ganze Reihe von Fachzeitschriftenverlagen stellte uns Freiexemplare verschiedener Titel zur Verfügung. Zeitweises Gedrängel am Auslagetisch bewies auch in diesem Jahr, dass das Angebot dankbare Abnehmer und interessierte Leser findet.
Unternehmen, die nicht selbst vor Ort sein konnten, um ihre Produkte vorzustellen sendeten uns umfangreiches Informationsmaterial, das den Teilnehmern bereits beim Empfang persönlich übergeben wurde.
Vielen Dank an die Firmen:
Günzburger Steigtechnik GmbH >> www.steigtechnik.de
ZARGES GmbH >> www.zarges.de
Der Koordinatorentag dient stets auch dazu, miteinander ins Gespräch und in Kontakt zu kommen. Bereits am Vortag nahmen einige Teilnehmer, Aussteller und Referenten unsere Einladung zum traditionellen Vorabendtreff an und fanden sich zu einer gemütlichen, lockeren Runde bei einem gemeinsamen Abendessen ein. Das nette Miteinander und die vielen schönen Gespräche haben uns sehr gefreut.

Diskussion und Erfahrungsaustausch von fröhlich bis fachbezogen fand beim Koordinatorentag unter den Teilnehmern wie auch mit den Referenten statt, die den Teilnehmern auch in den Pausenzeiten für Fragen zur Verfügung standen.
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An dieser Stelle möchten wir uns noch mal herzlich bei den ausgezeichneten und engagierten Referenten für ihre aufschlussreichen Vorträge und ihr Mitwirken bedanken. Vor allem Herrn Kruse gilt ein großer Dank für die inhaltliche Konzeption des Programms und die brandaktuelle und weitreichende Themenvielfalt.
Der große Zulauf in diesem Jahr hat uns gefreut und begeistert – ebenso wie die vielen netten Rückmeldungen per Teilnehmerbefragung, Telefon und Mail. Wir danken allen Teilnehmern für ihr Interesse, ihr Kommen und für das Feedback. Zuguterletzt auch ein herzliches Danke an die Aussteller für ihre Beteiligung an dieser insgesamt sehr schönen und gelungenen Veranstaltung.
Besten Dank!!!
Ihr Team von HNC-Datentechnik