
Aus der Praxis – für die Praxis
Koordinatorentag 2007
Dortmund, 11. Mai 2007
Auch im Jahr 2007 konnten wir wieder über 160 Teilnehmer, darunter auch Gäste aus den europäischen Nachbarländern, zum Koordinatorentag im Bildungszentrum Hansemann in Dortmund begrüßen. Für die Region bestand an diesem Tag eine Unwetterwarnung und während draußen heftiger Wind um die ehemalige Kaue der einstigen Zechenanlage stürmte, ging es drinnen auf der Vortragsbühne kaum weniger stürmisch zu. Fünf Referenten boten interessante und abwechslungsreiche, aber auch kritische Fachvorträge und praxisbezogene Berichte zur Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination.
Die Architektenkammer NRW und die Ingenieurkammer-Bau NRW haben den Koordinatorentag auch in diesem Jahr wieder als Fortbildungsveranstaltung gemäß Fort- und Weiterbildungsordnung anerkannt - zum Vorteil der Teilnehmer, die mit dem Besuch des Koordinatorentages auch einen Teil ihrer gesetzlich geforderten jährlichen Fortbildungsstunden absolvieren konnten.
Unter den drei Kernthemen Sicherheitskoordination, PSA und Gerüstunfälle gingen die Referenten auf spezielle Problem- und Fragestellungen ein, die von interessanten und spannenden Berichten aus Forschung und Praxis ergänzt wurden.
Die Themen 2007 im Überblick:
- Die aktuelle Situation der Sicherheitskoordination
- Die Evaluationsstudie zur Baustellenverordnung … und was nun?
- Neue Richtlinien zur Optimierung der Baustellensicherheit
- Neue Lösungsansätze in der Koordination
- Arbeitsschutzbehörden – Berufsgenossenschaft – Koordinator
- „Grauzone Unterlage“: Versuch einer rechtlichen Präzisierung
- PSA – Problem Sicheres Arbeiten oder Permanent Sicheres Arbeiten
- Eine kritische Betrachtung zum Arbeitsschutz
- Gerüstunfälle – Aus Erfahrung sicher besser
- Von der Haftung zu neuen Arbeitsweisen
- Die zivilrechtliche Haftung bei Gerüstunfällen
- Aktuelle Rechtssprechung
- Fachliche Betrachtung und häufige Fehler
- Praktische Lösungsansätze in der Koordination
- Bericht aus der Forschung: Neue IT-Konzepte zum Brandschutz
- Praxisbericht eines Koordinators: Umbau einer Papiermaschine bei laufendem Betrieb
Die Themen und Referenten 2007 im Detail:
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Holger W. Kruse,
Architekt, Sicherheitskoordinator
und Sachverständiger für Arbeitsschutz |
Die aktuelle Situation der Sicherheitskoordination
- Die Evaluationsstudie zur Baustellenverordnung … und was nun?
- Neue Richtlinien zur Optimierung der Baustellensicherheit
- Neue Lösungsansätze in der Koordination
- Arbeitsschutzbehörden – Berufsgenossenschaft – Koordinator
Herr Kruse ging zum Auftakt zunächst auf die aktuelle Situation der Sicherheitskoordination ein und verdeutlichte anhand von eindrucksvollem Bildmaterial, dass es im Hinblick auf die Umsetzung noch jede Menge Handlungsbedarf gibt. Er zeigte die positiven und negativen Erkenntnisse der Evaluationsstudie zur Baustellenverordnung auf und stellte den Teilnehmern das neue ISK-Modell, ein integriertes Sicherheits-Konzept unter Einbeziehung ergänzender neuer Richtlinien des IFB vor. Gerade im Hinblick auf die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen Auftraggeber und Koordinator, als auch mit den weiteren Beteiligten gibt es noch vieles zu optimieren. Anhand von Organigrammen verdeutlichte er diese neuen Lösungsansätze für eine bessere Umsetzung von Sicherheits- und Gesundheitsschutz auf Baustellen.
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Guido Meyer, Rechtsanwalt,
Kanzlei Kapellmann + Partner |
„Grauzone Unterlage“: Versuch einer rechtlichen Präzisierung
In seinem ersten Vortrag erläuterte Herr Meyer die Rechtsfragen zur Unterlage. Er verdeutlichte zur Einleitung den geforderten Zeitpunkt der Erstellung, die Aktualisierungspflicht und die Anforderungen an den Inhalt unter Verweis auf die jeweiligen Gesetze. Anschließend ging er auf die Haftung des Erstellers bei Mängeln in der Unterlage und auch auf die Pflichten des Bauherrn ein.
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Holger W. Kruse,
Architekt, Sicherheitskoordinator
und Sachverständiger für Arbeitsschutz |
PSA – Problem Sicheres Arbeiten oder Permanent Sicheres Arbeiten
Der ordnungsgemäße Einsatz permanenter Absturzsicherungen war Schwerpunkt dieses Vortrages, in dem Herr Kruse umfassend auf die Probleme in der praktischen Anwendung einging. Mangelnde Fach- und Produktkenntnisse sowie fehlendes Wissen über Einsatzmöglichkeiten, Einsatzgrenzen und gesetzliche Forderungen führten oftmals in der Praxis zu problematischen Situationen. Er stellte hierzu sehr ausführlich die gesetzlichen Grundlagen und deren Zusammenhänge dar und schärfte anhand von Positivbeispielen aber auch teils schockierenden Fotos und Berichten das Verständnis der Zuhörer für die praktische Umsetzung.
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Guido Meyer, Rechtsanwalt,
Kanzlei Kapellmann + Partner |
Gerüstunfälle – Aus Erfahrung sicher besser.
In einem gemeinsamen interdisziplinären Vortrag widmeten sich Herr Hövelbrinks, Herr Meyer und Herr Kruse dem umfangreichen Kapitel Gerüstunfälle. Herr Meyer leitete das Thema mit seinen Ausführungen zur Haftungsgrundlage ein und verwies auf die entsprechenden Rechtsentscheidungen.
Herr Hövelbrinks erläuterte dazu ausführlich die technischen Aspekte und Möglichkeiten bei Gerüstbaukonstruktionen von der Verankerung über DIN- und BG-Vorgaben bis hin zu speziellen Gerüstbauelementen. Herr Kruse schlug unter dem Aspekt Gerüstbau + Koordination den Bogen zur Praxis während Herr Meyer an den entsprechenden Stellen die Haftungsaspekte mit Beispielen
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Holger W. Kruse
und Heiner Hövelbrinks, Dipl.-Ing. (FH)
und Sachverständiger für Gerüstbau |
aus der aktuellen Rechtsprechung erläuterte. Begleitet wurden die Ausführungen der Referenten mit umfangreichem und spannendem Bildmaterial aus der Praxis.
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Prof. Dr.-Ing. Rainer Koch,
Brandoberinspektor |
Bericht aus der Forschung: Neue IT-Konzepte zum Brandschutz
Prof. Dr.-Ing. Koch, Brandoberinspektor und stellvertretender Leiter des Instituts für Feuerwehr und Rettungstechnologie von der Feuerwehr der Stadt Dortmund sowie Leiter des Lehrstuhls C.I.K. (Computeranwendungen und Integration in Konstruktion und Planung) an der Universität Paderborn, stellte verschiedene Forschungsprojekte zum Thema Brandschutz vor. Vor allem im Bereich der Informationstechnologie besteht sozusagen brennender Handlungsbedarf. Ob bei Tunnelbränden, bei Großschadenslagen oder bei Gefahrstoffunfällen haben die Projekte, an denen namhafte Partner aus Wissenschaft und Industrie beteiligt sind, vor allem eine verbesserte Informationsgewinnung für die Feuerwehren zum Ziel. Dabei kommen beispielsweise Telematikanwendungen und mobile Kommunikationssysteme zum Einsatz, die die Einsatzplanung und die Lagebewertung optimieren. Abschließend zeigte Prof. Dr.-Ing. Koch einen Ausblick in die Zukunft und mögliche Synergieeffekte der Projekte für die Baustellensicherheit.
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Joachim Haase,
Dipl.-Ing. und Sicherheitsingenieur |
Praxisbericht eines Koordinators:
Umbau einer Papiermaschine bei laufendem Betrieb
Herr Haase wartete mit einem eindrucksvollen Großprojekt aus der Koordinationspraxis auf: Die Demontage und der Neubau einer Papiermaschine in einem Werk eines namhaften Papierherstellers erfolgte bei laufendem Betrieb der verbleibenden Produktionslinien. 1,5 Jahre Planung waren für die erfolgreiche Umsetzung erforderlich, an der mehr als 1.000 Fremdarbeiter und verschiedenste Firmen und Gewerke beteiligt waren. Anhand der dargebotenen Fotos wurde dem Publikum das Ausmaß des Projektes schnell deutlich, denn nicht nur in Bezug auf die baulichen Dimensionen sondern vor allem im Hinblick auf den Sicherheits- und Gesundheitsschutz für alle beteiligten Arbeiter hatte das Ingenieurbüro Haase auf der Baustelle alle Hände voll zu tun.
In den Pausen nutzen viele Teilnehmer die Gelegenheit, sich im Rahmen der begleitenden Fachausstellung über Sicherheit am Bau zu informieren.

Die Firma
GRÜN Spezialmaschinen GmbH war erneut als Aussteller dabei und stellte den interessierten Teilnehmern ihre Produkte, allen voran das BARRIAL Sicherheitsgeländer, als permanentes Absturzsicherungssystem vor.
Weitere Informationen zu den Produkten finden Sie unter:
>> www.gruen-gmbh.de

Außerdem hatten Kunden und Interessenten die Möglichkeit sich bei Heinz Nühnen über die aktuelle Version von
SIGEPLAN plus zu informieren.

Passend zum Thema „Gerüstunfälle“ präsentierte sich auch die Fachzeitschrift
„Der Gerüstbauer“ dem Fachpublikum des Koordinatorentages. Viele der Teilnehmer nutzten die Gunst der Stunde für interessante Fachgespräche rund um das Thema Gerüste auf Baustellen. Auch die angebotenen Arbeitshilfen zum Gerüstbau waren sehr begehrt.
>> www.der-geruestbauer.de

Weitere Fachzeitschriftenverlage stellten uns Zeitschriften zur Weitergabe an die Teilnehmer des Koordinatorentags zur Verfügung. Ein Angebot, das auf breites Interesse stieß und gern in Anspruch genommen wurde.

Einige Unternehmen übergaben uns Fachpublikationen und produktspezifische Unterlagen zu sicherheitstechnischen Fachthemen, die zur Information an die Teilnehmer verteilt wurden.
Wir bedanken uns bei den Firmen:
Edelmann + Ridder GmbH & Co. KG >> www.edelrid.de
Günzburger Steigtechnik GmbH >> www.steigtechnik.de
Manfred Huck GmbH – Netz- und Seilfabrik >> www.huck.net

Wer in den Pausen nicht in die Informationsangebote vertieft war, nutzte die Zeit zum Erfahrungsaustausch unter Kollegen oder aber auch zu lockeren Gesprächen mit den Referenten.

Herzlichen Dank an das kompetente Referententeam für das gelungene Programm und an Herrn Kruse, der mit der Themenauswahl und seiner Moderation wieder maßgeblich an der Veranstaltung beteiligt war.
Darüber hinaus danken wir allen Teilnehmern für Ihr Vertrauen und die rege Beteiligung an unserer Teilnehmerbefragung. Wir freuen uns sehr über die vielen positiven Rückmeldungen und auch über die ein oder andere Kritik, denn nur so wissen wir, was wir beim nächsten Mal besser machen können und was wir gut gemacht haben.
Vielen Dank!!!
Ihr Team von HNC-Datentechnik