
Aus der Praxis – für die Praxis
Koordinatorentag 2009
Hamm, 19. Juni 2009
Mehr als 180 Teilnehmer hatten sich zum diesjährigen Koordinatorentag am 19. Juni 2009 angemeldet, um sich über die aktuellen Entwicklungen in der SiGeKo-Branche zu informieren, Weiterbildungsstunden zu absolvieren, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu pflegen. Der neue Veranstaltungsort in Hamm überzeugte durch optimale räumliche und ausstattungstechnische Voraussetzungen für die Fachtagung und fand auch bei den Teilnehmern großen Anklang.
Im Festsaal des
Maximilianparks boten acht Referenten ein umfassendes und praxisorientiertes Programm rund um die SiGe-Koordination. Nach einer kritischen Betrachtung der aktuellen Situation der Koordination ging es in diesem Jahr unter anderem um die Konsequenzen bei mangelhaftem Umgang mit Arbeitsschutz auf Baustellen, um versicherungsrechtliche Aspekte, um die Gefährdungsbeurteilung sowie um die Integration von Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz in bestehende Betriebsorganisationen und das Thema Marketing für Koordinatoren.
Die
Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat den Koordinatorentag 2009 als Fortbildungsveranstaltung für Mitglieder der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur anerkannt (Registrier-Nr. 09-0613-001). Die
Ingenieurkammer-Bau NRW hat das Seminar gemäß § 6 Fort- und Weiterbildungsordnung für Ingenieure und Beratende Ingenieure anerkannt (Registrier-Nr. 11053). Der Anerkennungsumfang beträgt jeweils 8 Zeiteinheiten zu 45 Minuten. Der
VDSI - Verband Deutscher Sicherheitsingenieure vergibt bei Vorlage des Teilnahmezertifikats zwei Fortbildungspunkte.
Die Themen 2009 im Überblick
- Aktuelle Entwicklungen in der Sicherheitskoordination
Zu den aktuellen Entwicklungen der Baustellensicherheit
- Organisation und Verantwortung in Koordinationsprojekten
Der Koordinator zwischen Ahnungen, Chaos und Verantwortung
- Koordination aus der Sicht der Arbeitsschutzbehörde
Zur Situation der Koordination und des Arbeitsschutzes auf Baustellen
- Integration von AGU in bestehende Betriebsorganisationen
Betriebliche Tätigkeiten - Fremdfirmenkoordination - SiGeKo
- Gefährdungsbeurteilungen in der Sicherheitskoordination
Aufbau - Inhalt - Handhabung - Beurteilung durch den SiGeKo
- Umgang mit Auftragnehmern bei mangelhaftem Arbeitsschutz
Möglichkeiten in Ausschreibung - Vergabe - Vertrag - Ausführung
- SiGeKo - mit Marketing zum Image zur Marke
Möglichkeiten der Selbstdarstellung und Markenmacherei
- Versicherungs- und haftungsrechtliche Aspekte in der Koordination
Richtig versichert - Richtig verhalten oder richtig falsch?
Die Themen und Referenten 2009 im Detail:
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Dipl.-Ing. (TU) Holger W. Kruse,
Architekt, Sicherheitskoordinator und
Sachverständiger für Arbeitsschutz |
Aktuelle Entwicklungen in der Sicherheitskoordination
Zu den aktuellen Entwicklungen der Baustellensicherheit
Traditionell eröffnete Herr Kruse das Programm mit interessanten Gedanken zur Situation der Koordination und ging dabei detailliert auf die verschiedenen Beteiligten, ihre Pflichten und auf die Umsetzung in der Praxis ein. Er diskutierte die Nachvollziehbarkeit des Beauftragungsprozesses durch den Bauherrn genauso wie die Frage der Qualifikationsanforderungen an die Eignung des Koordinators und die Fortbildungspflichten. Weiterhin forderte er die Standards des SiGePlans an die aktuelle Situation anzupassen und die Unternehmen in dieses Verfahren besser und wirkungsvoller zu integrieren.
Herr Kruse appellierte an die Koordinatoren ihre Verantwortung sehr ernst zu nehmen, denn auch mit Blick auf die Situation bei Berufsgenossenschaften und Arbeitsschutzbehörden wird diese, insbesondere im Schadensfall, immer stärker in den Fokus rücken. Das erfordert umfangreiche Fachkenntnisse, die aktuell zu halten sind. Ein neues Angebot ist der erstmals öffentlich vorgestellte Fachkundelehrgang Gerüstbau, der zusammen mit der Bundesinnung durchgeführt wird. Zum Schluss gab er zu bedenken, dass einheitliche Qualitäts- und Dokumentationsstandards fehlen und dies auch Auswirkungen auf die Arbeit der Koordinatoren hat. Eine Neuheit für viele Teilnehmer war die Vorstellung des neuen Fachmagazins „SiGeKo Bau“, das zukünftig als Informationsplattform allen Koordinatoren und Interessierten an Arbeitsschutz und Baustellensicherheit zur Verfügung steht.
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Dipl.-Ing. (TU) Holger W. Kruse,
Architekt, Sicherheitskoordinator und
Sachverständiger für Arbeitsschutz |
Organisation und Verantwortung in Koordinationsprojekten
Der Koordinator zwischen Ahnungen, Chaos und Verantwortung
In einem zweiten Vortrag betrachtete Herr Kruse zunächst einmal eine gemeinhin bekannte Forderung und Formulierung, die gern im Zusammenhang mit Koordinationsleistungen benutzt wird, etwas intensiver und zeigte dabei überraschende Betrachtungsansätze auf. Deutlich hervorgehoben wurden dann all die Einflussparameter aus dem Planungs- und Bauablauf auf die Koordination. Um in diesem ganzen Prozess strukturiert arbeiten und diesen steuern zu können, zeigte Herr Kruse eine Lösungsmöglichkeit auf und erläuterte den Weg hin zu einem effizienten Koordinationsmanagement. Er beleuchtete, wie diese Werkzeuge im System des Koordinationsmanagements funktionieren und wie der Koordinator seine Verantwortung wirkungsvoll wahrnehmen und dokumentieren kann. Solche Systeme sollten in keinem guten Koordinationsprojekt fehlen.
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Dipl.-Ing. Petra Blum,
Dezernentin für Arbeitsschutz,
Bezirksregierung Arnsberg |
Koordination aus der Sicht der Arbeitsschutzbehörde
Zur Situation der Koordination und des Arbeitsschutzes auf Baustellen
Frau Blum erörterte zu Beginn die Organisationsstruktur der Arbeitsschutzverwaltung und das Zuständigkeitsgebiet der Bezirksregierung Arnsberg. Anschließend legte sie ihre Erfahrungswerte zur Baustellenverordnung dar. Dabei führte sie zunächst die Bandbreite des Tätigkeitsfeldes der neun Aufsichtbeamten auf und machte klar, dass diese mit verschiedensten Objekten und Beteiligten konfrontiert sind: Vom Einfamilienhaus bis zur Kraftwerksgroßbaustelle und von der Großstadt bis zum Land finden die Kontrolleure stets neue Situationen vor. Interessant war die Einteilung der Koordinatoren von hauptberuflich über nebenberuflich bis hin zum „Alibi-Koordinator“. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Koordinatoren sich von häufigeren Kontrollen eine Verbesserung der Zustände auf den Baustellen erhoffen - diesem Wunsch jedoch aufgrund der personellen Situation in der Behörde nicht entsprochen werden kann.
Offener Brief an das Ministerium
In Anbetracht dieses Situationsberichtes regten die Teilnehmer an, dass hier etwas unternommen werden sollte. Spontan initiierten Herr Kruse und Herr Meyer einen offenen Brief und eine Unterschriftensammlung zur Vorlage bei Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW.
>> zum Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW
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Dipl.-Ing. Joachim Haase,
Sicherheitsingenieur, Nideggen |
Integration von AGU in bestehende Betriebsorganisationen
Betriebliche Tätigkeiten - Fremdfirmenkoordination - SiGeKo
Herr Haase referierte über die Integration von Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz in die Betriebsorganisation eines Industriestandortes. Er stellte die normalen und ungeplanten Tätigkeiten im Arbeitsablauf vor und erläuterte die Stellungen der Beteiligten. Verdeutlicht hat er die Abwicklungsproblematik und den wichtigen Koordinationsbedarf zwischen der Führungsebene, dem Personal, den Nachunternehmern, den Generalunternehmern und weiteren Beteiligten. Anschließend ging er insbesondere auf die Fremdfirmenkoordination und die damit verbundenen Besonderheiten ein. Hierfür zeigte er an einem praktischen Beispiel die betrieblichen Voraussetzungen und erforderlichen Strukturen auf und unterstrich nachhaltig die Bedeutung der frühzeitigen Beauftragung des qualifizierten Koordinators und dessen Integration in die Planung des Projekts. Eindrucksvoll stellte er die Elemente und Instrumentarien seines AGU-Managementsystems vor.
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Dipl.-Ing. Matthias Glawe,
Sicherheitsingenieur, Magdeburg |
Gefährdungsbeurteilungen in der Sicherheitskoordination
Aufbau - Inhalt - Handhabung - Beurteilung durch den SiGeKo
Herr Glawe erörterte zu Beginn seines Vortrags die diversen Rechtsverpflichtungen zur Gefährdungsbeurteilung nach EU-Recht, deutschen Gesetzen und Verordnungen sowie berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regeln. Anschließend ging er näher auf den Charakter der Vorschriften und ihre Verbindlichkeit ein. Er erläuterte die Bedeutung und die Prozessschritte einer Gefährdungsbeurteilung. Zur Umsetzung in der Praxis und zur Beurteilung von Gefährdungen gab Herr Glawe umfassende Tipps und Informationen, und zeigte die Schnittstellen von SiGe-Planung und Gefährdungsbeurteilung auf. Abschließend hatte er für die Teilnehmer noch einige Empfehlungen zur Einforderung der Gefährdungsbeurteilungen bei den Unternehmen.
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Guido Meyer,
Rechtsanwalt, Düsseldorf/Essen |
Umgang mit Auftragnehmern bei mangelhaftem Arbeitsschutz
Möglichkeiten in Ausschreibung - Vergabe - Vertrag - Ausführung
Herr Meyer unterschied zunächst zwischen den Pflichten des Koordinators und den optionalen Beratungsleistungen rund um den Arbeitsschutz gegenüber dem Bauherren. Anschließend nahm er sich die verschiedenen Bauausführungsphasen vor - von der Planung über die Vergabe und die Ausführung bis zur Nutzung. Er differenzierte für jede Phase die Rechte des Auftraggebers und des Koordinators und verdeutlichte jeweils die Regelungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für den Umgang mit Auftragnehmern bei mangelhaftem Arbeitsschutz.
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Dipl. Kfm. Detlef Karthaus,
Marketing & Kommunikation, Philippsburg |
SiGeKo - mit Marketing zum Image zur Marke
Möglichkeiten der Selbstdarstellung und Markenmacherei
Herr Karthaus behandelte in seinem Beitrag ein unbeliebtes, aber durchaus wichtiges Gebiet für die Koordinatoren. Eindrucksvoll und interessant rüttelte er – auch durch diverse Lacher – die anwesenden Koordinatoren wach. Nach einem kurzen Einstieg zum Begriff der Marke und ihrer Bedeutung hatte er auch konkrete Tipps und Argumentationshilfen für den Verkauf und die Vermarktung von Koordinationsleistungen parat. Darüber hinaus deckte er die typischen psychischen Stolpersteine bei der Selbstvermarktung auf und ermutigte die Zuhörer mit multimedialen Mitteln und spannenden Metaphern zu mehr Mut und Selbstvertrauen, um ihre Leistungen erfolgreich an den Mann zu bringen.
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Dr. Peter Sohn,
Rechtsanwalt, Hamm -
Ass. Jur. Ulrich Langen,
AIA-AG, Düsseldorf |
Versicherungs- und haftungsrechtliche Aspekte in der Koordination
Richtig versichert - Richtig verhalten oder richtig falsch?
Herr Dr. Sohn und Herr Langen nahmen gemeinsam das Thema Versicherung und Haftung unter die Lupe. Dazu gingen sie zunächst auf die Verantwortlichkeiten und den gefährdeten Personenkreis während der Bauphase und dann auf die Haftung und Pflichten des Koordinators ein. Anschließend wurden verschiedene Haftungsbeschränkungen thematisiert und deren Folgen diskutiert. Die Referenten zeigten auf, welche Arten von Schäden drohen, welche Kosten damit verbunden sind und gingen weiterhin auf die Haftungsdauer und die strafrechtlichen Folgen der Schäden ein. Zum Abschluss erläuterten sie, welche Möglichkeiten der Versicherung bestehen und was es beim Versicherungsvertragsabschluss und der Inanspruchnahme von Leistungen zu beachten gilt.
Sicherheit am Bau – Fachausstellung gut besucht
Die Aussteller aus 2008 waren auch in diesem Jahr wieder mit dabei und präsentierten in den Pausen ihre aktuellen Produkte zur Sicherheit am Bau. Das Interesse der Teilnehmer war ungebrochen und die Ausstellungsstände entsprechend stark frequentiert.

Die
Hünnebeck GmbH zeigte ihr Gerüstbausystem und demonstrierte verschiedene Elemente zur Absturzsicherung.
>> www.huennebeck.de

Die
dani alu GmbH stellte das Barrial-Sicherheitsgeländer vor, das bei der Absicherung von Flachdächern verwendet wird und seit einiger Zeit auch mit integrierten Solarmodulen erhältlich ist.
>> www.danialu.com

Die
JET-Gruppe hatte verschiedene Ausstellungsstücke dabei und zeigte Lichtkuppeln, Lösungen für den Rauch- und Wärmeabzug und Durchsturzsicherungen bei Lichtkuppeln und Lichtbändern.
>> www.jet-gruppe.de

Eine umfangreiche Produktpalette rund um persönliche Schutzausrüstung sowie zur Dach- und Fenstersicherung stellte die
Innotech Arbeitsschutz GmbH vor.
>> www.innotech.at
Rossmayer Consulting präsentierte die Büromanagement-Software Acclaro und konnte sich über viele neue Interessenten aus dem Kreis der Koordinatoren freuen.
>> www.acclaro.de

Auch die
bernheine-medien waren wieder vor Ort und nutzten die Gelegenheit, neben dem bekannten Magazin
„Der Gerüstbauer“, den Teilnehmern die neu erscheinende Fachzeitschrift für Koordinatoren
„SiGeKo Bau“ vorzustellen. Die Freiexemplare waren schnell vergriffen und das Feedback auf die zwei bisherigen Ausgaben sehr gut.
>> www.sigekobau.de

Über mangelndes Interesse konnte auch das
HNC-Team nicht klagen. Viele Teilnehmer interessierten sich brennend für die kommenden Neuerungen im Update unserer Software-Lösungen
SIGEPLAN plus und
SIGEPLAN basic. Heinz Nühnen präsentierte einige Highlights der neuen Version, die vielfach auf Begeisterung stieß. Erstmalig haben wir am HNC-Stand in diesem Jahr ein Helpdesk eingerichtet, bei dem HNC-Entwicklungsleiter André Nühnen und Kundenberater Michael Bruch den Kunden und Interessenten rund um ihre technischen Fragen zur Verfügung standen. Ein Angebot, das gut angenommen wurde
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Ausstellern für die Mitgestaltung des Koordinatorentages und für ihre Treue!

Ein großer Dank gilt ebenfalls den
Fachzeitschriftenverlagen, die uns Freiexemplare diverser Zeitschriften und Magazine zur Auslage übersendet hatten. Wie schon in den vergangenen Jahren fanden sich viele begeisterte Abnehmer. Nur wenige Exemplare der anfangs recht üppigen Stapel auf dem Zeitschriftentisch waren am Ende der Veranstaltung noch übrig geblieben.
Vielen Dank auch an die
Günzburger Steigtechnik GmbH, die uns erneut Ihren Steigtechnik-Ratgeber zur Verteilung an die Teilnehmer übersendet hat.
>> www.steigtechnik.de

In den Pausen nutzten die Teilnehmer nicht nur die Gelegenheit, sich über Produkte zur Sicherheit am Bau zu informieren, sondern auch, um mit den Referenten über individuelle Fragestellungen zu sprechen oder um untereinander Kontakte zu knüpfen.
Eine ganze Reihe von Impressionen haben wir in einer Bildergalerie für Sie zusammengestellt. Hier finden Sie mehr Fotos von der Veranstaltung:
>> zur Bildergalerie

Wie immer gilt unser Dank vor allem Herrn Kruse - für die Konzeption und thematische Ausrichtung der Veranstaltung – und allen Referenten, die viel Zeit investiert haben, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen in interessanten Vorträgen und lebhaften Diskussionen an das Publikum weiterzugeben.
Wir freuen uns sehr, dass auch in „angespannten“ Zeiten die Anmeldezahlen weiterhin eine steigende Tendenz zeigen und dass der neue Veranstaltungsort so gut angenommen worden ist. Allen Teilnehmern einen herzlichen Dank für ihr Interesse und die rege Beteiligung. Es war ein sehr gelungener Koordinatorentag – der HNC-Koordinatorentag 2009.
Ihnen allen einen ganz großen Dank!!!
Ihr Team von HNC-Datentechnik